Mesonic:WP Kurzarbeit - Österreich

Aus MESOWIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche



Kurzarbeit - Österreich

Einführung

Kurzarbeit ist die befristete Herabsetzung der Normalarbeitszeit auf Grundlage einer Sozialpartnervereinbarung. Ziel von Kurzarbeit ist es, die Beschäftigung bei unvorhersehbaren und vorübergehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu sichern.

Mit Kurzarbeit kann ein zeitlich begrenzter Engpaß infolge eines vorübergehenden Ausfalls von Aufträgen oder von Zulieferungen bzw. Betriebsmitteln überbrückt und für die Qualifizierung der betroffenen Arbeitnehmer genutzt werden. Die Arbeitnehmer erhalten vom Arbeitgeber anstelle des Arbeitsverdienstes für jede Ausfallstunde eine Kurzarbeitsunterstützung bzw. für jede für Qualifizierung verwendete Ausfallstunde eine Qualifizierungsunterstützung. Durch die Förderung des Arbeitsmarktservice (AMS) werden dem Arbeitgeber die Kosten der Kurzarbeitsunterstützung bzw. der Qualifizierungsunterstützung in Höhe der pro Ausfallstunde festgelegten Pauschalsätze ersetzt.

Voraussetzungen
  • vorübergehende (nicht saisonbedingte) wirtschaftliche Schwierigkeiten
  • Verständigung des AMS über bestehende Beschäftigungsschwierigkeiten sechs Wochen vor Einführung bzw. vier Wochen vor Verlängerung der Kurzarbeit (sofern keine anderen Fristen vereinbart werden)
  • Beratung über anderweitige Lösungs- und Unterstützungsmöglichkeiten (Erstgewährung) unter Einbeziehung des Betriebsrates und der Kollektivvertragsparteien
  • Arbeitszeitausfall im Kurzarbeitszeitraum durchschnittlich nicht unter 10% und nicht über 90% der gesetzlich oder kollektivvertraglich festgelegten oder - bei Teilzeitbeschäftigten - der vereinbarten Normalarbeitszeit
  • Sozialpartnervereinbarung über die näheren Bedingungen der Kurzarbeit, insbesondere über den Geltungsbereich, den Kurzarbeitszeitraum sowie die Aufrechterhaltung des Beschäftigtenstandes während der Kurzarbeit und einer allenfalls darüber hinausgehenden Behaltefrist
  • Festlegungen über die nähere Ausgestaltung der Qualifizierungsangebote und das Ausbildungskonzept im Rahmen der Sozialpartnervereinbarung

Bei Naturkatastrophen oder vergleichbaren Schadensereignissen ist die Verständigung und Beratung unmittelbar nach Eintritt des Ereignisses und - anstatt der Sozialpartnervereinbarung - eine Vereinbarung auf betrieblicher Ebene erforderlich.


Voraussetzungen

Damit im WINLine LOHN die Kurzarbeit abgerechnet werden kann, muß die Lizenz für das Programm "WINLine LOHN KUG - Abrechnung von Kurzarbeitergeld" vorhanden sein.


Stammdateneinstellungen

Damit die Kurzarbeit richtig berechnet werden kann, müssen einige Einstellungen in diversen Stammdatenbereichen vorgenommen werden:

Mehr Themen:

  • Betriebsdaten
  • Lohnarten
  • Arbeitnehmerstamm

Betriebsdaten

Zuerst müssen die generellen Einstellungen für die Kurzarbeit vorgenommen werden. Dazu gibt es im Programmpunkt

    • Stammdaten
    • Mandantenstammdaten
    • Betriebsdaten

oder Schnellaufruf

    • STRG + B

das Register Kurzarbeit, wobei folgende Felder zur Verfügung stehen:


Wpage554 0.png


Kurzarbeit
  • Ab Monat

Aus der Auswahllistbox kann ausgewählt werden, ab wann die Kurzarbeit im Betrieb angewendet werden soll.

  • Ab Jahr

Hier kann das Jahr eingetragen werden, ab dem die Kurzarbeit berechnet werden solle.

  • Reduzierungsstunden

Eingabe der Stunden, um die die Arbeitszeit verkürzt wird.

  • Wochenstunden

Aus der Auswahllistbox kann die Anzahl der Stunden ausgewählt werden, die vor Beginn der Kurzarbeit gearbeitet wurden. Dabei stehen die Optionen 40 Stunden, 38,5 Stunden, 38 Stunden und 36 Stunden zur Verfügung.

  • Unterstützungs %satz

Hier wird der Prozentsatz eingetragen, der für die Ausfallszeit gezahlt wird. Bleibt der Prozentsatz auf 0, wird als Ausfall nur der Betrag gemäß AMS-Liste berechnet.

  • Lohnarten für die Abrechnung von KUG

In dieser Tabelle können die Lohnarten eingetragen werden, die für die Abrechnung von Kurzarbeiten verwendet werden sollen. Im Normalfall können das folgende Lohnarten sein:

  • Lohnart "normale Arbeitszeit"

Mit dieser Lohnart wird der "normale" Bezug abgerechnet. Hier kann entweder die Standardlohnart verwendet werden, oder aber es wird eine Lohnart verwendet, in der der Arbeitslohn über die Formel (Funktion GetKUGBezug()) berechnet wird.

  • Lohnart "Vergütungsentschädigung"

Mit dieser Lohnart wird der Bezug abgerechnet, der auch vom AMS refundiert wird. Mit der Formel-Funktion GetKUGAusgleich() kann dieser Betrag anhand der Parameter ermittelt werden.

  • Lohnart "Ausfalldifferenz"

Mit dieser Lohnart wird die Differenz aus der "normalen Arbeitszeit", der "Vergütungsentschädigung" und dem letzten Bezug gerechnet, wofür in der Formel die Funktion GetKUGDifferenz() zur Verfügung steht. Von dieser "Ausfalldifferenz" sind nur die SV-Abgaben (allerdings ohne Nebenbeträge wie KU, WF etc.) abzuführen, wobei es Vereinbarungssache ist, ob diese Abgaben von AN/DG gemeinsam oder nur vom DG getragen werden. Für diese Unterscheidung gibt es im Lohnartenstamm auch zwei unterschiedliche Abrechnungsschemata.

Lohnarten zur Bildung des letzten "Vollen Bezugs"

In diesem Bereich können Einstellungen vorgenommen werden, damit das Programm den letzten vollen Bezug des jeweiligen AN ermitteln kann. Das ist die Basis für die weiterführenden Berechnungen für die Abrechnung der Kurzarbeit.

  • Anzahl der Monate

In diesem Feld kann die Anzahl der Monate definiert werden, die für die Berechnung des letzten vollen Bezuges berücksichtigt werden sollen. Aus dieser Anzahl der Monate wird dann der Schnitt gerechnet.

  • Nur abgerechnete

Wenn diese Option gesetzt ist, werden für die Findung des letzten Vollen Bezugs nur die Monate berücksichtigt, die auch tatsächlich abgerechnet wurden.

  • Lohnartentabelle

In der Tabelle werden die Lohnarten eingetragen, die für die Berechnung des letzten Vollen Bezuges herangezogen werden sollen. Darin enthalten sollen alle Lohnarten sein, die der AN regelmäßig erhalten hat.





Lohnarten

Für die Abrechnung von Kurzarbeit werden eigene Lohnarten benötigt:

Mehr Themen:

  • Lohnart "normale Arbeitszeit"
  • Lohnart "Vergütungsentschädigung"
  • Lohnart "Ausfalldifferenz"

=====Lohnart "normale Arbeitszeit"===== Mit dieser Lohnart wird der "normale" Bezug abgerechnet. Hier kann entweder die Standardlohnart (mit Stundenerfassung) verwendet werden, oder aber es wird eine Lohnart verwendet, in der der Arbeitslohn über eine Formel ermittelt wird. Die Berechnung der SV und LST erfolgt wie bei einer Normalzahlung.

Beispiel für die Lohnart

Wpage554 1.png


Beispiel für die Formel, die bei der Lohnart hinterlegt werden kann

Wpage554 2.png


Mit der Funktion GetKUGBezug() wird der Bezug für die tatsächlich geleistete Arbeitszeit gemäß Einstellungen in den Betriebsdaten ermittelt, wobei der Bezug gemäß der Lohnarten " Lohnarten zur Bildung des letzten "Vollen Bezugs"" durch die Anzahl der Wochenstunden dividiert und mit der Anzahl der Wochenstunden abzüglich der Reduzierungsstunden multipliziert.

Beispiel

Wochenstunden = 40 Reduzierungsstunden = 10 Letzte volle Bezug = 2000,- Berechnung mit der Funktion GetKUGBezug() = 2000 / (40 * 4,33) * (30 * 4,33) ergibt einen Betrag von 1500,-

Lohnart "Vergütungsentschädigung"

Mit dieser Lohnart wird der Bezug abgerechnet, der auch vom AMS refundiert wird, also die Reduzierungsstunden multipliziert mit dem Pauschalsatz. Die Lohnart ist SV- und LST wie eine Normalzahlung anzulegen.

Beispiel für die Lohnart

Wpage554 3.png


Mit der Formel-Funktion GetKUGAusgleich() kann dieser Betrag anhand der Parameter ermittelt werden, wobei auch der Unterstützungsprozentsatz mit berücksichtigt wird. D.h. bei dieser Formel wird das für den AN günstigere Ergebnis genommen.

Alternativ kann die Formel-Funktion GetKUGPauschalsatzbetrag() verwendet werden, mit der nur der Pauschalsatz gemäß AMS berechnet wird.

Hinweis

Für die Berechnung des Pauschalsatzes ist es wichtig, daß auch die Anzahl der Kinder im AN-Stamm entsprechend richtig hinterlegt ist.

Beispiel für die Formel, die bei der Lohnart hinterlegt werden kann

Wpage554 4.png


Lohnart "Ausfalldifferenz"

Mit dieser Lohnart wird die Differenz aus der "normalen Arbeitszeit", der "Vergütungsentschädigung" und dem letzten Bezug abgerechnet. Von dieser "Ausfalldifferenz" sind nur die SV-Abgaben (allerdings ohne Nebenbeträge wie KU, WF etc.) abzuführen, wobei es Vereinbarungssache ist, ob diese Abgaben von AN/DG gemeinsam oder nur vom DG getragen werden. Für diese Unterscheidung gibt es im Lohnartenstamm auch zwei unterschiedliche Abrechnungsschemata:

  • 32 KUG Ausfalldifferenz

Mit diesem Abrechnungsschema können Werte erfasst werden, die bei der Abrechnung von Kurzarbeit als "Ausfallsdifferenz" bezeichnet wird, wobei die SV normal von Arbeitnehmer und Dienstgeber berechnet werden. Das ist die Differenz zwischen dem aktuellen Normalbezug, dem Zuschuss von AMS und dem letzten vollen Bezug vor Beginn der Kurzarbeit. Dieser Wert muss auch in die Bemessungsgrundlage zu Berechnung der SV mit einbezogen werden. Das Abrechnungsschema steuert:

  • dass der Bezug in die Bemessungsgrundlage SV (allerdings ohne Nebenbeträge KU, WF, SW un LK) gerechnet wird.
  • Dass bei der Abrechnung auf die 20%-Regel geprüft wird (der AN darf nicht mehr als 20 % seines Geldbezuges an SV abführen).
  • dass die für den Wert errechnete SV Beiträge auch entsprechend abgezogen werden
  • dass der Wert, der mit dem Abrechnungsschema 32 abgerechnet wurde auch am Jahreslohnkonto bzw. am Betriebssummenblatt aufscheint.


  • 33 KUG Ausfalldifferenz (SV DG/DG)

Mit diesem Abrechnungsschema können Werte erfasst werden, die bei der Abrechnung von Kurzarbeit als "Ausfallsdifferenz" bezeichnet wird, wobei die SV nur vom Dienstgeber abgeführt wird. Das ist die Differenz zwischen dem aktuellen Normalbezug, dem Zuschuss von AMS und dem letzten vollen Bezug vor Beginn der Kurzarbeit. Dieser Wert muss auch in die Bemessungsgrundlage zu Berechnung der SV mit einbezogen werden. Das Abrechnungsschema steuert:

  • dass der Bezug in die Bemessungsgrundlage SV (allerdings ohne Nebenbeträge KU, WF, SW un LK) gerechnet wird.
  • dass bei der Abrechnung auf die 20%-Regel geprüft wird (der AN darf nicht mehr als 20 % seines Geldbezuges an SV abführen).
  • dass die für den Wert errechnete SV Beiträge auch entsprechend abgezogen werden
  • dass der Wert, der mit dem Abrechnungsschema 33 abgerechnet wurde auch am Jahreslohnkonto bzw. am Betriebssummenblatt aufscheint.
Beispiel für die Lohnart

Wpage554 5.png


Für die Berechnung der Ausfalldifferenz steht die Formel-Funktion GetKUGDifferenz() zur Verfügung. Damit kann die Differenz zwischen dem tatsächlichen Bezug, der Vergütungsentschädigung und dem letzten Vollen Bezug berechnet werden.

Beispiel für die Formel, die bei der Lohnart hinterlegt werden kann

Wpage554 6.png


Arbeitnehmerstamm

Im Arbeitnehmerstamm muß eingetragen werden, ob der AN bei der Kurzarbeit teilnimmt. Dafür gibt es im AN-Stamm im Register SV eigene Eingabefelder:


Wpage554 7.png


  • AN nimmt an KUG teil

Mit dieser Option kann gesteuert werden, dass der AN an der Kurzarbeit teilnimmt. Erst wenn diese Option gesetzt ist, können z.B. in der Einzelabrechnung spezielle Funktionen für die Berechnung der Kurzarbeit eingesetzt werden.

  • KUG Stamm

In diesem Feld kann der Betriebsstamm eingetragen werden, in dem die KUG-Einstellungen für diesen AN-Typ (kann pro Betrieb unterschiedlich sein) hinterlegt sind. Aus den Betriebsdaten werden dann Informationen wie Anzahl Wochenstunden, Reduzierung etc. für die Abrechnung ausgelesen.

Diese beiden Felder können bei Bedarf z.B. auch über den Schnellumstellungsassistenten umgestellt werden.


Durchführung

Mehr Themen:

  • Einzelabrechnung

Einzelabrechnung

Wenn ein AN, bei dem im AN-Stamm KUG aktiviert ist, in der Einzelabrechnung das erste Mal aufgerufen wird, dann werden die automatischen Lohnarten geladen. Dabei werden aber die Lohnarten, die in der Tabelle "Lohnarten zur Bildung des letzten "Vollen Bezuges"" ausgelassen, stattdessen werden dann die Lohnarten aus der Tabelle "Lohnarten für die Abrechnung von KUG" verwendet. Alle anderen automatischen Lohnarten werden wie gewohnt behandelt.


Wpage554 8.png


Wenn der AN z.B. in einem Monat - aus welchen Gründen auch immer - nicht in die Kurzarbeit fällt, dann können durch Anklicken des Buttons "Auto. LA" ( Wpage554 9.png ) die "normalen" automatischen Lohnarten geladen werden.

Hinweis

Dabei werden alle automatischen Lohnarten geladen, d.h. unter Umständen kann es vorkommen, dass dann Lohnarten doppelt in der Erfassungstabelle vorhanden sind.

Sollen die automatischen Lohnarten wieder in die "KUG-Lohnarten" umgewandelt werden, so kann das durch Anklicken des Buttons "KUG LA" ( Wpage554 10.png ) erreicht werden. Damit werden dann wieder die "normalen" Lohnarten gelöscht und durch die KUG-Lohnarten ersetzt.

Die weitere Abrechnung verläuft dann wie gewohnt.

Auswertung

Die Kurzarbeitsunterstützungsliste steht nur dann zur Verfügung, wenn das Modul WINLine KUG im Einsatz ist. Damit kann pro Abrechnungsperiode ausgewertet werden, welche Arbeitnehmer mit Kurzarbeitsunterstützung abgerechnet wurden.

Die Kurzarbeitsunterstützungsliste kann über den Menüpunkt

    • Auswertungen
    • Kurzarbeitsunterstützungsliste

aufgerufen werden.

Einschränkungsmöglichkeiten
  • Arbeitnehmer von - bis

Hier kann auf die AN-Nummer eingeschränkt werden, für die die Auswertung durchgeführt werden soll. Durch Drücken der F9-Taste kann nach allen AN gesucht werden. Wird in den Feldern von - bis ein AN eingetragen, so wird daneben der Name des AN angezeigt, wobei der Name unterstrichen dargestellt wird. Durch einen Klick auf den AN wird standardmäßig der AN-Stamm aufgerufen. Über die rechte Maustaste kann aber individuell eingestellt werden, welche Aktion ausgelöst werden soll. Dabei stehen folgende Optionen zur Verfügung:


Wpage554 11.png


  • Arbeitnehmerstamm

Es wird der AN-Stamm aufgerufen, wobei gleich der Datensatz des angezeigten AN angezeigt wird.

  • Arbeitnehmerinfo

Es wird die Arbeitnehmerinfo im Programm WINLine INFO geöffnet.

  • Jahreslohnkonto

Es wird das Steuerfenster für das Jahreslohnkonto aufgerufen, wo der ausgewählte AN gleich vorgeschlagen wird. Die Ausgabe muss nur mehr durchgeführt werden.

  • Arbeitnehmer Stammblatt

Es wird das Steuerfenster für das Arbeitnehmer Stammblatt aufgerufen, wo der ausgewählte AN gleich vorgeschlagen wird. Die Ausgabe muss nur mehr durchgeführt werden.

  • Lohnerfassung A

Es wird die Einzelabrechnung aufgerufen, wobei gleich alle Daten des ausgewählten AN abgerufen werden. Bei diesen Punkt ist darauf zu achten, dass ggf. die automatischen Lohnarten abgearbeitet werden.

Die zuletzt getätigte Einstellung wird als Standard übernommen, d.h. wenn das nächste Mal nur auf den AN-Namen geklickt wird, dann wird die letzte Aktion automatisch durchgeführt. Diese Einstellung wird pro Benutzer gespeichert.

  • Betrieb von - bis

Die Auswertung kann zusätzlich auf Betriebsnummer eingeschränkt werden - es werden dann nur die AN angezeigt, die im ausgewählten Betrieb mit Kurzarbeit abrechnet wurden.

Zeitraum
  • Monat

Aus der Auswahllistbox kann das Monat gewählt werden, für das die Auswertung durchgeführt werden soll.

  • Auswertejahr

Aus der Auswahllistbox kann aus allen vorhandenen Abrechnungsjahres ausgewählt werden, für welches Jahr der Ausdruck erfolgen soll.

Wpage554 12.png

Ausgabe Button

Aus der Auswahllistbox kann gewählt werden, ob die Ausgabe am Bildschirm oder am Drucker durchgeführt werden soll. Standardmäßig wird die Ausgabe auf Bildschirm vorgeschlagen, die auch durch Drücken der F5-Taste gestartet werden kann.

Durch Drücken der ESC-Taste wird das Fenster geschlossen.


Wpage554 13.png


In der Auswertung werden zuerst alle relevanten Daten aus dem KUG-Stamm angezeigt. Danach werden dann alle AN angedruckt, die in diesem Betrieb mit Kurzarbeit abgerechnet wurden. In der Spalte Pauschalbetrag wird der Betrag ausgewiesen, der lt. Liste vom AMS dem AN zusteht.



Besonderheiten

Bei der Kurzarbeit kommt gibt es auch Sondervereinbarungen, die auch entsprechende Auswirkungen auf die Abrechnung haben. Nachfolgend finden Sie einige Beispiele dazu.

Mehr Themen:

  • Unregelmäßige Reduzierungsstunden
  • Nettobezug darf nicht unterschritten werden

Unregelmäßige Reduzierungsstunden

Wenn der Fall eintritt, das unregelmäßige Reduzierungsstunden zur Anwendung kommen, dann können nicht alle Eintellungen in den Betriebsdaten verwendet werden. Bei unregelmäßigen Reduzierungsstunden ist das entsprechende Feld dann z.B. mit 10 anzugeben.

Weitere Vorgangsweise

1.) Normalarbeitszeit: Für die geleistete Arbeitszeit wird eine Lohnart verwendet, die im Prinzip genau so angelegt ist, wie die "Normalarbeitszeit".

Beispiel für die Lohnart

Wpage554 14.png

Hier ist darauf zu achten, daß der Betrag, mit dem die Lohnart abgerechnet wird, in einen zusätzlichen Zwischenspeicher gestellt wird. Das ist notwendig, damit in weiter Folge die Ausfallsdifferenz ermittelt werden kann.

Beispiel für die Beleg - Formel

Wpage554 15.png


2.) Reduzierungsstunden: Für die Reduzierungsstunden kann ebenfalls eine "normale" Lohnart verwendet werden:

Beispiel für die Lohnart "Reduzierungsstunden"

Wpage554 16.png


Wichtig bei dieser Lohnart ist die Zeilenformel. In dieser Zeilenformel sollte die Formelfunktion

  • GetKUGPauschalsatz

verwendet werden, die den Pauschalsatz für den AN aus der AMS-Tabelle ermittelt.

Beispiel für die Zeilen - Formel

Wpage554 17.png


Auch bei dieser Lohnart ist darauf zu achten, daß der Betrag, mit dem die Lohnart abgerechnet wird, in einen zusätzlichen Zwischenspeicher gestellt wird. Das ist notwendig, damit in weiter Folge die Ausfallsdifferenz ermittelt werden kann.

Beispiel für die Beleg - Formel

Wpage554 15.png


3.) Ausfallsdifferenz. Mit der 3. Lohnart muß nun die Differenz aus den gearbeiteten Stunden, der Reduzierungsstunden und dem letzten Bruttobezug vor KUG-Beginn ermittelt werden. Dieser Wert wird dann der Bemessungsgrundlage SV hinzugefügt. Je nach KUG-Vereinbarung werden die darauf entfallenen SV-Beiträge anteilsmäßig (mit Ausnahme von WF und KU) von DN/DG oder gesamt vom DG getragen. Werden die SV-Beiträge anteilsmäßig übernommen, so muß in dieser Lohnart das Abrechnungsschema " 32 KUG Ausfalldifferenz (SV AN/DG)" verwendet werden. Übernimmt der DG die SV-Beiträge komplett, muß das Abrechnungsschema " 33 KUG Ausfalldifferenz (SV DG/DG)" verwendet werden.

Beispiel für die Lohnart, wobei in dem Fall der DG die SV-Beiträge übernimmt

Wpage554 18.png


Für die Berechnung der Differenz muß nun eine spezielle Formel verwendet werden:

Zuerst müssen die vom Programm ermittelten automatischen Werte addiert werden, davon müssen dann die Werte abgezogen werden, der bereits als Arbeits- und Reduzierungsstunden abgerechnet wurden.

D.h. die Formel sieht dann folgendermaßen aus:

Betrag = (GetKUGBezug + GetKUGAusgleich + GetKUGDifferenz) - Zwischenspeicher(15)

GetKUGBezug enthält den Wert, den der AN erhalten würde, wenn die "normalen" (in den Betriebsdaten hinterlegten) Reduzierungsstunden zur Anwendung kommen würden. GetKUGAusgleich beinhaltet den Wert, der sich aus der Anzahl der Reduzierungsstunden und der entsprechenden AMS-Tabelle ergibt. GetKUGDifferenz enthält den Differenzbetrag zwischen "Normalarbeitszeit", "Reduzierungsstunden" und dem letzten Bruttobezug des AN vor KUG. Zwischenspeicher(15) enthält die tatsächlich abgerechneten Werte der "Normalarbeitszeit" und der "Reduzierungsstunden".

D.h. durch die Addition der 3 Werte durch die WINLine errechneten Werte kommt man auf das letzte Brutto. Davon werden dann die tatsächlich abgerechneten Werte (aus dem Zwischenspeicher(15)) abgezogen.

Beispiel für die Formel

Wpage554 19.png


Nettobezug darf nicht unterschritten werden

Es gibt auch den Fall, daß in der KUG-Vereinbarung ein gewisser Prozentsatz als Nettobezug vorgesehen ist (z.B. 90 % vom letzten Nettobezug).

In diesem Fall müssen 5 Lohnarten verwendet werden:

1.) Normalarbeitszeit: Für die geleistete Arbeitszeit wird eine Lohnart verwendet, die im Prinzip genau so angelegt ist, wie die "Normalarbeitszeit".

Beispiel für die Lohnart

Wpage554 14.png


Hier ist darauf zu achten, daß der Betrag, mit dem die Lohnart abgerechnet wird, in einen zusätzlichen Zwischenspeicher gestellt wird. Das ist notwendig, damit in weiter Folge die Ausfallsdifferenz ermittelt werden kann.

Beispiel für die Beleg - Formel

Wpage554 15.png


2.) Reduzierungsstunden: Für die Reduzierungsstunden kann ebenfalls eine "normale" Lohnart verwendet werden:

Beispiel für die Lohnart "Reduzierungsstunden"

Wpage554 16.png


Wichtig bei dieser Lohnart ist die Zeilenformel. In dieser Zeilenformel sollte die Formelfunktion

  • GetKUGPauschalsatz

verwendet werden, die den Pauschalsatz für den AN aus der AMS-Tabelle ermittelt. Auch bei dieser Lohnart ist darauf zu achten, daß der Betrag, mit dem die Lohnart abgerechnet wird, in einen zusätzlichen Zwischenspeicher gestellt wird. Das ist notwendig, damit in weiter Folge die Ausfallsdifferenz ermittelt werden kann.

Beispiel für die Beleg - Formel

Wpage554 15.png


3.) Ausfallsdifferenz Teil 1. Mit der 3. Lohnart muß nun der Betrag ermittelt werden, der notwendig ist, um auf das gewünschte Netto zu kommen. Dabei handelt es sich um eine "normale" Lohnart, die auch ausbezahlt wird und somit SV- und LST-Normalzahlungspflichtig ist.

Beispiel für die Lohnart Ausfallsdifferenz Teil 1

Wpage554 20.png


Zeilenformel muß bei dieser Lohnart keine hinterlegt werden - diese Lohnart soll dann in weiterer Folge automatisch vom Programm berechnet werden. Dafür muß aber wieder die Belegformel hinterlegt werden, mit der der Betrag bei der weiteren Ausfallsdifferenz berücksichtigt werden kann.

Beispiel für die Beleg - Formel

Wpage554 15.png


4.) Ausfallsdifferenz Teil 2. Mit der 4. Lohnart muß nun die Differenz aus den gearbeiteten Stunden, der Reduzierungsstunden, der Ausfalldifferenz Teil 1 und dem letzten Bruttobezug vor KUG-Beginn ermittelt werden. Dieser Wert wird dann der Bemessungsgrundlage SV hinzugefügt. Je nach KUG-Vereinbarung werden die darauf entfallenen SV-Beiträge anteilsmäßig (mit Ausnahme von WF und KU) von DN/DG oder gesamt vom DG getragen. Werden die SV-Beiträge anteilsmäßig übernommen, so muß in dieser Lohnart das Abrechnungsschema " 32 KUG Ausfalldifferenz (SV AN/DG)" verwendet werden. Übernimmt der DG die SV-Beiträge komplett, muß das Abrechnungsschema " 33 KUG Ausfalldifferenz (SV DG/DG)" verwendet werden.

Beispiel für die Lohnart, wobei in dem Fall der DG die SV-Beiträge übernimmt

Wpage554 21.png


Für die Berechnung der Differenz muß nun eine spezielle Formel verwendet werden:

Zuerst müssen die vom Programm ermittelten automatischen Werte addiert werden, davon müssen dann die Werte abgezogen werden, der bereits als Arbeits- und Reduzierungsstunden abgerechnet wurden.

D.h. die Formel sieht dann folgendermaßen aus:

Betrag = (GetKUGBezug + GetKUGAusgleich + GetKUGDifferenz) - Zwischenspeicher(15)

GetKUGBezug enthält den Wert, den der AN erhalten würde, wenn die "normalen" (in den Betriebsdaten hinterlegten) Reduzierungsstunden zur Anwendung kommen würden. GetKUGAusgleich beinhaltet den Wert, der sich aus der Anzahl der Reduzierungsstunden und der entsprechenden AMS-Tabelle ergibt. GetKUGDifferenz enthält den Differenzbetrag zwischen "Normalarbeitszeit", "Reduzierungsstunden" und dem letzten Bruttobezug des AN vor KUG. Zwischenspeicher(15) enthält die tatsächlich abgerechneten Werte der "Normalarbeitszeit" und der "Reduzierungsstunden".

D.h. durch die Addition der 3 Werte durch die WINLine errechneten Werte kommt man auf das letzte Brutto. Davon werden dann die tatsächlich abgerechneten Werte (aus dem Zwischenspeicher(15)) abgezogen.

Beispiel für die Formel

Wpage554 19.png


5.) Nettoberechnung: Für die Nettoberechnung wird eine eigene "Info-Lohnart" verwendet, die das gewünschte Netto ermittelt. Die Lohnart wird mit dem Abrechnungsschema "21 INFO Lohnart" angelegt und bekommt auch eine eigene Lohngruppe, die keine Kontierung verwendet.

Beispiel für die Lohnart

Wpage554 22.png


Bei der Formel muß die Funktion SetNetto verwendet werden. Mit dieser Funktion kann das gewünschte Netto verändert werden, wodurch dann eine "Brutto-Netto-Rückrechnung" durchgeführt wird.

Syntax

SetNetto Betrag, "Lohnart" Statt Betrag kann ein fixer Wert in die Formel eingetragen werden, der Betrag kann aber auch z.B. über eine Eingabe hinterlegt oder über eine sonstige Funktion (z.B. GetJLKBrutto oder dergleichen) berechnet werden. Bei "Lohnart" muss die Lohnart eingetragen werden, in der der Bruttobezug geändert werden soll.

Beispiel für die Formel

Wpage554 23.png


Die einzelnen Zeilen im Detail:

  • SetNetto (GetJLKNetto(4,2009) * 0.9), "185"

Damit wird gesteuert, daß aus dem Jahreslohnkonto der Nettowert aus dem Monat April 2009 (letzte Monat vor KUG) geholt wird und mit 0,9 multipliziert wird (ergibt 90 %). Das Ergebnis der "Hochrechnung" soll in die Lohnart 185 gestellt werden.

  • Stunden = 0
  • Satz = 0
  • Betrag = 0

Diese 3 Zeilen dienen eigentlich nur der "Kosmetik". Damit werden die Werte Stunden, Satz und Betrag der Infolohnart auf 0 gestellt, weil sonst hier die Werte aus der Vorzeile übernommen werden.

Als Ergebnis dieser 5 Lohnarten schaut dann die Erfassung folgendermaßen aus:


Wpage554 24.png


In diesem Beispiel beträgt der Nettobezug € 1.277,85, das sind 90 % des Nettobezugs aus dem April, der € 1.419,79 betragen hat. Wenn man die 5 Lohnarten addiert, dann kommt man in Summe auf einen Wert von € 1956,07, was wiederum dem letzten Bruttobezug im April 2009 entspricht.